Warum ist Früherkennungen bei Krebskrankheiten notwendig?

 

Quelle: Tumorzentrum Uni Frankfurt/M.

 

Mit Ausnahme der bösartigen Geschwülste des Knochenmarks und der Lymphknoten beginnen Krebskrankheiten an einem Ort und breiten sich über die Lymphgefäße oder Blutgefäße in dem ganzen Körper aus. Je früher sie erkannt werden, desto höher ist die Heilungschance. Der Behandlungserfolge bei früh erkannten Geschwülsten hängt mit der Art und Weise ihrer Ausbreitung zusammen.

 

         

 

  

Jede Geschwulst entsteht in der Regel aus einer einzigen Zelle und bildet zunächst kleine Verbände, die mit dem bloßen Auge weder erkennbar noch tastbar sind (Transformation). Ihr Nachweis gelingt nur in Ausnahmefällen. Solche Geschwülste sind, wenn sie entdeckt werden, fast immer heilbar.

 

Das Größenwachstum der Geschwulst erfordert eine Blutversorgung. Die Geschwulstzellen regen die Bildung neuer Gefäße an (im medizinischen Sprachgebrauch Angiogenese). Auch in diesem Stadium ist die Krankheit heilbar.

 

Die Zellen des sich weiter ausdehnenden Tumors haben die Fähigkeit, die Wand von Lymph- und Blutgefäßen zu durchdringen (Eindringen). Bei den meisten Geschwulstkrankheiten dringen die Zellen zunächst in die Lymphgefäße und später in die Blutgefäße ein. Deswegen findet man die ersten Absiedelungen in dem für den Tumor zugehörigen Lymphknoten. Es gibt allerdings auch Geschwulstkrankheiten, die gerne in die Blutgefäße einbrechen und sich dann schnell im Körper ausbreiten. Das Eindringen der Geschwulst in die Blutgefäße ist ein ungünstiges Zeichen, bedeutet jedoch keineswegs, dass die Krankheit in diesem Stadium unheilbar ist. Eine Entfernung der Geschwulst kann je nach Art der Krankheit auch zur Heilung führen.

 

Die in die Lymph- und Blutgefäße eingedrungenen Geschwulstzellen werden entweder in die Lymphknoten oder in andere Organe, z. B. Lunge verschleppt (Verschleppung). In den meisten Fällen findet man jetzt eine durch eine Operation nicht mehr heilbare Situation vor, so dass weitere Behandlungsmaßnahmen notwendig sind. In einigen Fällen kann jedoch der Körper mit den wenigen ausgeschwemmten Zellen auf noch unbekannte Weise "fertig werden". Das Resultat hängt einerseits von der Zahl der ausgeschwemmten Geschwulstzellen als auch von der Art, d. h. von der Aggressivität der einzelnen Krankheit, ab.

 

Die in ein Organ eingedrungenen Zellen können sich dort vermehren und wie die Ursprungsgeschwulst wieder in die Blutgefäße eindringen (Eintritt in den Blutkreislauf) und sich in weitere Organe festsetzen.

 

Nutzen Sie deshalb die Angebote der Krebsfrüherkennungsuntersuchung !

Krebs ist heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird. Ein Blick in die Statistik bestätigt, wie richtig diese Aussage ist:

Früh erkannt, ist

- Brustkrebs                                                                        bis zu 90 %,
- Hautkrebs                                                                          in über 90 %,
- Gebärmutterhals-, Prostata- und Hodenkrebs         in über 80 %
  und
- Darmkrebs                                                                         in bis zu 85 %

der Fälle heilbar.

Deshalb ist es so wichtig, sich regelmäßig untersuchen zu lassen.

 

Kostenfreie Vorsorgeuntersuchungen

weitere Informationen: www.g-ba.de


- Genitaluntersuchung


Jährlich für Frauen ab 20 Jahren


Anmerkungen

- gezielte Anamnese

- Spiegeleinstellung der Portio

- Inspektion des Muttermundes

- Krebsabstrich und zytologische Untersuchung

- gynäkologische Tastuntersuchung

- Beratung über das Ergebnis

 

- Prostatauntersuchung, Genitaluntersuchung (in Verbindung mit einer
  Untersuchung der Haut)


Jährlich für Männer ab 
45 Jahren


Anmerkungen

- gezielte Anamnese

- Inspektion und Palpation des äußeren Gentales

- Abtasten der Prostata vom After aus

- Tastuntersuchung der regionären Lymphknoten

- Befundmitteilung mit anschl. Beratung

 

- Brustuntersuchung (in Verbindung mit einer Untersuchung der Haut)


Jährlich für Frauen
ab 30 Jahren


Anmerkungen

- gezielte Anamnese (z.B. Fragen nach Veränderungen / Beschwerden)

- Inspektion und Abtasten der Brust und der regionären Lymphknoten
  einschließlich der Anleitung zur Selbstuntersuchung

- Beratung über das Ergebnis


  

- Dickdarm- und Rektumuntersuchung


Frauen und Männer
ab 50 Jahren


Anmerkungen

- gezielte Beratung

- Tastuntersuchung des Enddarms

- Test auf occultes Blut im Stuhl (jährlich bis zum Alter von 55 Jahren)

 


- Darmspiegelung


Frauen und Männer a
b 55 Jahren

Häufigkeit zwei Untersuchungen im Abstand von 10 Jahren


Anmerkungen

- gezielte Beratung

- zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren oder Test auf
  verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre


 

- Mammographie-Screening


Frauen
ab dem Alter von 50 bis zum Ende des 70. Lebensjahres

Häufigkeit alle zwei Jahre


Anmerkungen

- Einladung in eine zertifizierte Screening-Einheit

- Information

- Röntgen der Brüste durch Mammographie

- Beratung über das Ergebnis

 


- Allgemeiner Check-up

 

Männer und Frauen ab 35 Jahren

Häufigkeit alle zwei Jahre


Anmerkungen

Früherkennung von  Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus. Das umfasst unter anderem folgende Leistungen:

- Anamnese, insbesondere die Erfassung des Risikoprofils

- klinische Untersuchungen (Erhebung des vollständigen Status
  (Ganzkörperstatus))

- Laboratoriumsuntersuchungen (Untersuchungen aus dem Blut
  einschl. Blutentnahme und Untersuchungen aus dem Urin)

- Beratung über das Ergebnis

- Folgerungen aus den Ergebnissen der Gesundheitsuntersuchung

 

Schutzimpfungen

Schutzimpfungen sind Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung. Darüber hinaus können Krankenkassen die Kosten für bestimmte Reiseimpfungen übernehmen.

Regelimpfungen für Säuglinge, Kinder und Jugendliche

(Impfungen, die jedes Kind nach den Impfempfehlungen der STIKO erhalten sollte)


Anmerkungen

- Hepatitis B

- Diphtherie

- Tetanus

- Poliomyelitis (Kinderlähmung) Regelimpfung auch bei nicht
  grundimmunisierten Erwachsenen)

- Haemophilus influenzae Typ B (Hib.)-Infektion

- Pertussis (Keuchhusten)

- Masern, Mumps, Röteln

- Varizellen

- Humane Papillomaviren für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren

   
 

Auffrischimpfungen (unterschiedlich in den Satzungen der Kassen geregelt)

Impfungen, die bei Erwachsenen aufgefrischt bzw. bei fehlender Grundimpfung nachgeholt werden sollen


Anmerkungen

- Diphtherie (alle 10 Jahre empfohlen)

- Tetanus

 

- Indikationsimpfungen (unterschiedlich in den Satzungen der Kassen 
  geregelt)


Impfungen bei erhöhter Gefährdung von Personen und bei Angehörigen bestimmter Alters- oder Risikogruppen


Anmerkungen

- Influenza (Standardimpfung für Personen ab 60 Jahre)

- Pneumokokken-Infektion (Standardimpfung für Personen ab 60
  Jahre)

- Frühsommermeningo-Enzephalitis (FSME)

- Haemophilus influenza Typ B (Hib.)-Infektion

- Infektion-Hepatitis A und B

- Tollwut

- Meningokokken-Infektion

- Poliomyelitis (Kinderlähmung)

- Varizellen

- Röteln

- Pertussis (Keuchhusten)


weitere Informationen:
Gesundheitsberichterstattung des Bundes,
Heft 1, STIKO-Empfehlungen,
www.rki.de

 

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Leider ist es bisher noch immer so, dass die meisten Krebskranken zu spät zum Arzt kommen. Diese Verschleppungszeiten drastisch zu reduzieren, liegt im ureigensten Interesse eines jeden von uns. Denn nur wenn dies gelingt, können die Fortschritte, die die Krebsmedizin in vielen Bereichen gemacht hat, auch voll genutzt werden.

Der eindringliche und ernsthafte Appell an jeden, der zur Teilnahme berechtigt ist, kann daher nur lauten:

Überwinden Sie eventuelle Hemmungen, die sie vielleicht bisher noch davon abgehalten haben, sich an diesen oft lebensrettenden Vorsorgeuntersuchungen zu beteiligen. 

Nutzen Sie Ihre Chance !

und gehen Sie zu den kostenlosen Krebsvorsorgeuntersuchungen !